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TL;DR: Für Rettungskräfte im Rettungswagen und am Einsatzort bedeutet ein gemeinsames Lagebild, Beobachtungen am Patienten, Messwerte und Einsatzbedingungen zusammenzuführen. Es lohnt sich festzulegen, wer welches Signal im Blick behält, wie Änderungen mitgeteilt werden und wer den Plan bestätigt. Forschungsübersichten belegen nicht, dass eine bestimmte Besprechungstechnik überlegen ist.
Wie hilft Empatyzer beim Austausch über das Lagebild im Einsatz?
Em hilft im Teammodus, eine neue Information in einem Satz mitzuteilen. Die Ansicht „Du und das Team“ erleichtert das Gespräch über Unterschiede im Entscheidungstempo.
Diese Funktionen unterstützen dich dabei:
- Du und das Team: Die einsatzleitende Person fragt Em nach einer kurzen Formulierung für eine Planänderung. Die Teamansicht regt Fragen dazu an, wer welche Information braucht.
- Gespräch mit Em über dich: Em hilft im Gruppenmodus, Mitteilungen zwischen Personen mit unterschiedlichen Aufgaben aufzuteilen.
- Mikrolektionen: Sie können dabei helfen, eine kurze Planaktualisierung bei neuen Informationen zu üben.
Mehr als das Gedächtnis einer einzelnen Person
Wenn ein Rettungsteam unter Zeitdruck arbeitet, kann niemand alles gleichzeitig im Blick behalten. Eine Person beobachtet den Patienten, eine andere überwacht die Geräte, und eine dritte bemerkt womöglich eine Veränderung in der Umgebung. Deshalb sollte klar sein, wer welchen Bereich im Blick behält und wie wichtige Signale an die anderen weitergegeben werden. Ein Mixed-Methods-Review betrachtet Situationsbewusstsein auf der Ebene einzelner Rettungskräfte, des Teams, der Organisation und der Einsatzbedingungen. Das korrigiert die Vorstellung, ein Orientierungsverlust sei immer auf die Unaufmerksamkeit einer einzelnen Person zurückzuführen oder lasse sich allein durch Gedächtnistraining verhindern. Ziel ist ein gemeinsames Bild der Gefahren und des Plans, zu dem alle einen Teil der Informationen beitragen – statt zu erwarten, dass eine Person alles selbst behält und zusammenführt.
Ein erstes Lagebild
Ein erstes Lagebild sollte laut ausgesprochen werden, bevor Einzelheiten die Aufmerksamkeit des Teams zerstreuen. Am Einsatzort lässt sich kurz sagen, wie viele Patienten es gibt, welche Gefahr gerade am dringlichsten ist und wer welche Aufgabe übernimmt. Ebenso wichtig ist es, den Zustand des Patienten, die größte Unsicherheit und den nächsten Schritt zu benennen. So wissen die anderen nicht nur, was bereits feststeht, sondern auch, was noch unklar ist. Hängt eine Entscheidung vom Zeitpunkt oder Ablauf des Geschehens ab, sollte die Quelle dieser Angaben geklärt werden: eine Zeugenaussage, eine Aufzeichnung oder eine eigene Beobachtung. Das Lagebild bleibt vorläufig, besonders wenn die Sicht eingeschränkt ist und nicht alle dasselbe beurteilen können. Ausgesprochene Annahmen lassen sich leichter korrigieren, sobald neue Informationen vorliegen.
Aktualisierung bei neuen Informationen
Ein gemeinsamer Plan wird nicht einmalig für den gesamten Einsatz festgelegt. Ein neuer Untersuchungsbefund oder eine Veränderung des Patientenzustands kann es nötig machen, das bisherige Vorgehen zu unterbrechen und neu zu bewerten. Wer die Veränderung bemerkt, kann kurz sagen: „X hat sich verändert; das aktuelle Risiko ist Y; ich mache jetzt Z. Sind alle mit diesem Plan einverstanden?“ Die Frage nach einer Bestätigung hilft zu prüfen, ob die anderen dieselbe Situation vor Augen haben, statt vorauszusetzen, dass sie die Mitteilung gehört und gleich verstanden haben. Außerdem sollte festgelegt werden, wer die Änderung an die Leitstelle und das aufnehmende Team weitergibt. Eine solche Aktualisierung verbindet die neue Beobachtung mit ihrer Bedeutung und der nächsten Handlung, ohne daraus eine lange Besprechung zu machen.
Geräte und Kommunikation
Ein Gerätesignal gehört zum Lagebild, erklärt für sich genommen aber nicht, was mit dem Patienten geschieht. Wenn eine Rettungskraft einer anderen einen Messwert nennt, sollte sie ihn möglichst gleich mit der Untersuchung des Patienten verknüpfen und sagen, warum er die Einschätzung verändert oder überprüft werden muss. Eine einzelne Zahl ist nicht mit der gesamten Situation gleichzusetzen, insbesondere wenn andere Beobachtungen auf etwas anderes hindeuten. Im Lärm am Einsatzort oder während des Transports kann selbst eine zutreffende Mitteilung unklar ankommen. Deshalb kann das Team eine einfache Art vereinbaren, um Wiederholung zu bitten und das Gehörte zu bestätigen. Die Bedeutung eines Ergebnisses weiterzugeben ist ebenso wichtig wie den Wert selbst zu nennen.
Aufmerksamkeit aufteilen
Wenn ein Teil des Teams sich auf eine Maßnahme konzentriert, können Veränderungen außerhalb des unmittelbaren Blickfelds leicht übersehen werden. Bei der Aufgabenverteilung sollte deshalb geklärt werden, wer klinische Veränderungen beobachtet und wer Weg, Umgebung und organisatorische Fragen im Blick behält und neue Gefahren melden kann. Der kurze Austausch muss zur Dringlichkeit der Situation passen: Notwendige Maßnahmen dürfen nicht allein deshalb unterbrochen werden, um ein festes Besprechungsformat einzuhalten. Eine Übersicht über 24 Studien zu kurzen Sicherheitsbesprechungen im Gesundheitswesen fand positive Hinweise, doch nur zwei Studien waren kontrolliert. Das ist keine solide Grundlage, um den Besprechungen kausale Wirkungen zuzuschreiben oder Erkenntnisse aus Besprechungen auf Station ohne Weiteres auf krankenhausweite Besprechungen zu übertragen.
Übergabe an ein anderes Team
Die Übergabe eines Patienten an ein anderes Team ist ein weiterer Moment, in dem das gemeinsame Lagebild auseinanderfallen kann. In der Notaufnahme sollten der Ausgangszustand, die Maßnahmen im Rettungswagen und die jüngste Veränderung nacheinander geschildert werden, statt Messwerte ohne ihren Verlauf aufzuzählen. Das aufnehmende Team muss nicht nur wissen, wie ein Messwert lautete, sondern auch, wie er sich im Zeitverlauf verändert hat. Hilfreich ist zudem, Beobachtungen der Rettungskräfte von einer Verdachtsdiagnose zu trennen, damit eine Hypothese nicht wie eine gesicherte Tatsache klingt. Zum Schluss kann die aufnehmende Person das wichtigste Signal und die zuerst geplante Maßnahme wiederholen und benennen, wer für die erneute Beurteilung zuständig ist. So lassen sich Unterschiede im Verständnis erkennen, bevor das übergebende Team geht.
Nachbesprechung des Einsatzes
Nach dem Einsatz lohnt sich nicht nur ein Blick darauf, was getan wurde, sondern auch auf den Moment, in dem Teammitglieder begannen, auf Grundlage unterschiedlicher Informationen zu handeln. Wer bemerkte die Veränderung zuerst, wer konnte davon hören, und wen hinderten fehlender Zugang zu Daten oder eine hohe Belastung durch den Funkverkehr daran? Ein solches Gespräch kann zeigen, wie sich der gemeinsame Plan beim nächsten Mal einfacher aktualisieren lässt, ohne die ganze Situation auf den Fehler einer einzelnen Person zu reduzieren. Ein Mixed-Methods-Review verbindet die Perspektiven einzelner Rettungskräfte, des Teams, des Systems und der Einsatzbedingungen, weist aber keinen allgemeingültigen Effekt einer einzelnen Schulung nach. Ein klinisches Ergebnis sollte daher nicht einer bestimmten Kommunikationstechnik zugeschrieben werden, solange keine Studie vorliegt, mit der sich das beurteilen ließe.
Ein gemeinsames Lagebild kann nicht im Gedächtnis einer einzelnen Person entstehen. Es entwickelt sich, wenn Rettungskräfte Beobachtungen am Patienten, Gerätesignale und Informationen zu den Einsatzbedingungen zusammenführen und den Plan anschließend aktualisieren.
Empatyzer beim Austausch über das Lagebild im Einsatz
Während des Patiententransports bemerkt das Team neue Symptome. Bevor die einsatzleitende Person im Dienst erneut in eine ähnliche Situation kommt, kann sie Em in Empatyzer nach einer kurzen Formulierung für die Mitteilung einer Planänderung fragen und eine Aktualisierung in einem Satz üben: Was hat sich verändert, welches Risiko besteht jetzt, und was tut das Team als Nächstes? Die Ansicht „Du und das Team“ kann Fragen dazu anregen, wer welche Information braucht und ob unterschiedliche Präferenzen beim Entscheidungstempo das Gespräch erschweren. Em kann im Gruppenmodus helfen, Mitteilungen für Personen mit unterschiedlichen Aufgaben vorzubereiten. So wissen die Person, die den Patienten beobachtet, die Person, die den Transport koordiniert, und die Person, die Informationen weitergibt, was sie voneinander erwarten. Mikrolektionen können dazu dienen, eine kurze Planaktualisierung bei neuen Informationen zu üben. Das unterstützt die Vorbereitung eines Gesprächs und das Einüben einer Mitteilung – es ersetzt weder die Beurteilung des Patienten noch die Entscheidung des Teams oder die Bestätigung des Plans während des Einsatzes.
Quellen
- Pedersen, I., Sætren, G. B., Strandås, M., Kordahl, I. L. (2026). Factors affecting paramedics situational awareness in out of hospital emergencies: A mixed methods systematic review. International Emergency Nursing, 89, 101894. https://doi.org/10.1016/j.ienj.2026.101894 10.1016/j.ienj.2026.101894
- Franklin, B. J., Gandhi, T. K., Bates, D. W., Huancahuari, N., Morris, C. A., Pearson, M., Bass, M. B., & Goralnick, E. (2020). Impact of multidisciplinary team huddles on patient safety: a systematic review and proposed taxonomy. BMJ Quality & Safety, 29(10). https://doi.org/10.1136/bmjqs-2019-009911 10.1136/bmjqs-2019-009911
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