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TL;DR: Für Rettungskräfte und Personal der Notaufnahme ist die Patientenübergabe mehr als ein Bericht: Auch das Wissen vom Einsatzort und aus dem Transport muss ankommen. Eine knappe Struktur, Rückfragen und eine Empfangsbestätigung helfen dabei. Beobachtungen aus einem einzelnen Zentrum zeigen Unterschiede in der Informationsweitergabe, belegen aber nicht die Wirksamkeit eines universellen Formats.
Wie hilft Empatyzer bei der Vorbereitung der Patientenübergabe in der Notaufnahme?
Em hilft im Teammodus, eine gemeinsame Sprache für beide Gruppen vorzubereiten. Der Vergleich mit einer ausgewählten Person kann helfen, Fragen nach fehlenden Angaben passend zu formulieren.
Diese Funktionen unterstützen dich dabei:
- Gespräch mit Em über dich selbst: Mit Em übt die Rettungskraft, Zustandsveränderungen des Patienten kurz darzustellen und auf eine Unterbrechung des Berichts zu reagieren.
- Gespräch mit Em über das Team: Der Teammodus hilft, eine gemeinsame Sprache für die Übergabe zwischen verschiedenen Berufsgruppen vorzubereiten.
- Mikrolektionen: Sie können daran erinnern, sich den Empfang der wichtigsten Information bestätigen zu lassen.
Was die Rettungskraft vom Einsatzort weiß
Die Rettungskraft bringt mehr in die Notaufnahme mit als das Ergebnis der letzten Messung. Sie hat den Patienten am Einsatzort gesehen und kennt die zeitliche Abfolge der Zustandsveränderungen, die ergriffenen Maßnahmen und die Reaktion auf die Behandlung während des Transports. Möglicherweise weiß sie auch noch, was der Patient zu Hause gesagt hat, bevor sich sein Zustand oder seine Gesprächsfähigkeit veränderte. Diese Chronologie lässt sich aus der ersten Untersuchung nach der Ankunft nicht unbedingt ableiten. Deshalb sollte sie ausdrücklich geschildert werden, statt sich auf aktuelle Messwerte zu beschränken. Angaben von Zeugen sind dabei von eigenen Beobachtungen zu unterscheiden und als noch zu bestätigende Informationen zu kennzeichnen. Dieses Wissen anzunehmen heißt nicht, jede Interpretation der Rettungskraft ungeprüft zu übernehmen. Es heißt, dass das Team der Notaufnahme erfährt, was zuvor geschehen ist, und dies bei der weiteren Beurteilung des Patienten berücksichtigen kann.
Mündlicher Bericht und Dokumentation
Der Bericht am Patientenbett und die Dokumentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Mündlich gehört alles zur Übergabe, was das Team wissen muss, bevor die Verantwortung für den Patienten wechselt – insbesondere eine akute Zustandsveränderung. Weitere Einzelheiten können in den Unterlagen stehen. Die wichtigsten Zahlen sollten jedoch mit den mündlichen Angaben abgeglichen werden. Bei der Beobachtung von 83 Übergaben in einem israelischen Zentrum zeigten sich Unterschiede zwischen mündlich und visuell vermittelten Informationen. Eine Befragung von 103 Beschäftigten dieses Zentrums machte zudem unterschiedliche Perspektiven von Rettungskräften und Personal der Notaufnahme sichtbar. Das spricht dafür, vor Ort zu vereinbaren, was am Patientenbett gesagt werden muss und was schriftlich genügt. Die Studie belegt jedoch nicht die Wirksamkeit einer bestimmten Checkliste.
Wer hört zu?
Auch ein gut strukturierter Bericht hilft wenig, wenn nicht klar ist, an wen er sich richtet. Werden mehrere Patienten gleichzeitig aufgenommen, sollte eine Person benannt werden, die der Rettungskraft zuhört und anschließend die wichtigste Information in eigenen Worten bestätigt. Während kritische Angaben übermittelt werden, können parallele Gespräche im Team eine Zustandsveränderung oder eine durchgeführte Maßnahme übertönen. Dafür braucht es kurz ungeteilte Aufmerksamkeit. Die berufliche Stellung der Rettungskraft sollte nicht an die Stelle einer inhaltlichen Bewertung ihrer Beobachtungen treten. Man kann nach der Herkunft oder Bedeutung einer Information fragen, statt sie zu übergehen, nur weil sie von außerhalb der Notaufnahme kommt. Eine feste Ansprechperson löst ein organisatorisches Problem. Den Bericht ernst zu nehmen, ist eine andere Frage: Es bedeutet, das Wissen der Person anzuerkennen, die zuvor beim Patienten war.
Nachfragen bei Unklarheiten
Eine Unklarheit im Bericht ist ein Anlass für eine Frage, nicht gleich für einen Streit über Zuständigkeiten oder Fachkompetenz. Die empfangende Person kann nach dem Zeitpunkt eines Symptoms fragen, klären, ob eine Schilderung vom Patienten, von einem Zeugen oder von der Rettungskraft stammt, und sich nach Maßnahmen vor der Ankunft erkundigen. So lässt sich leichter unterscheiden, ob Angaben fehlen oder dasselbe Ereignis unterschiedlich interpretiert wird. Eine hilfreiche Frage kann sein: „Welche Beobachtung vom Einsatzort sollte unseren Plan für die nächsten fünf Minuten ändern?“ Sie nimmt die Antwort nicht vorweg, sondern lenkt das Gespräch auf anstehende Entscheidungen. Zum Schluss hilft beiden Seiten eine kurze Bestätigung des gemeinsamen Plans für die ersten Minuten. Die Rettungskraft weiß dann, was verstanden wurde, und das Team der Notaufnahme, welche Angaben noch geprüft werden müssen.
Bedingungen in der Notaufnahme
In der Notaufnahme ist es oft laut und hektisch; mehrere Übergaben können sich überschneiden. Unter solchen Bedingungen erreicht selbst eine wichtige, deutlich ausgesprochene Aussage die entscheidende Person möglicherweise nicht. Eine knappe Berichtsstruktur hilft, die Kernbotschaft auszuwählen. Sie ersetzt aber keinen Moment, in dem jemand tatsächlich zuhören kann. Auch bei hoher Auslastung lohnt es sich deshalb, parallele Gespräche für die wichtigste Information kurz zu unterbrechen und zu prüfen, bei wem sie angekommen ist. Wurde der Bericht unterbrochen, sollte eine wesentliche Zustandsveränderung gegenüber der zuständigen Person erneut genannt werden. Ist niemand für die Entgegennahme benannt, kann ein Informationsverlust nicht allein der berichtenden Person zugeschrieben werden. Es geht auch um die Arbeitsorganisation des Teams, nicht nur darum, wie knapp die Rettungskraft berichtet.
Wann die Übergabe abgeschlossen ist
Die Übergabe ist erst abgeschlossen, wenn klar ist, wer die Versorgung des Patienten übernommen hat. Die Rettungskraft sollte eine Bestätigung erhalten, dass ihr Bericht entgegengenommen wurde. Die empfangende Person kann benennen, welche Angaben noch überprüft werden müssen. Auch ein Problem, das nach dem Weggang des Rettungsteams beobachtet werden muss, sollte ausdrücklich genannt werden. So bleibt eine wichtige Zustandsveränderung nicht bloß Teil eines früheren Gesprächs. Dieser Abschluss ist ein Vorschlag für die Praxis, kein Ergebnis eines Tests für ein bestimmtes Format. Die Beobachtung von 83 Übergaben und die Befragung von 103 Beschäftigten an einem Zentrum in Israel helfen, Informationsverluste und unterschiedliche Perspektiven zu erkennen. Daraus lässt sich weder abschätzen, ob eine veränderte Berichterstattung die Sterblichkeit senkt, noch die Wirksamkeit vorgeschlagener digitaler Hilfsmittel belegen. Wie die Entgegennahme bestätigt wird, muss daher zur Arbeitsweise der jeweiligen Notaufnahme passen.
Den gemeinsamen Ablauf verbessern
Der gemeinsame Ablauf lässt sich verbessern, indem geprüft wird, welche Felder im Bericht regelmäßig leer bleiben und welche Fragen beiden Seiten helfen, diese Lücken zu schließen. Übungen mit realitätsnahen Szenarien sollten nicht nur den Bericht der Rettungskraft umfassen, sondern auch die Reaktion der empfangenden Person. Bei der Nachbesprechung eines Ereignisses lohnt es sich, zwei Fragen getrennt zu betrachten: Wurde die Information weitergegeben, und hatte das Personal der Notaufnahme die Möglichkeit, sie zu hören? Einen breiteren Blick bietet eine Übersicht über Mixed-Methods-Studien zum Situationsbewusstsein von Rettungskräften. Sie verbindet die Perspektiven von Einzelpersonen, Team, System und Kontext, beziffert jedoch keinen allgemeingültigen Schulungseffekt. Die Bewertung einer Übergabe sollte deshalb nicht allein davon abhängen, woran sich eine einzelne Fachkraft erinnert. Sie sollte auch die Zusammenarbeit und die Bedingungen berücksichtigen, unter denen Entscheidungen getroffen wurden.
Was geschieht mit dem Wissen der Rettungskraft zwischen Rettungswagen und Notaufnahme? Der Artikel zeigt, warum ein strukturierter Bericht und dessen aufmerksame Entgegennahme zwei verschiedene Dinge sind – und wie die Übergabe mit einer bestätigten Übernahme der Verantwortung abgeschlossen wird.
Empatyzer bei der Vorbereitung der Patientenübergabe in der Notaufnahme
Wenn eine Rettungskraft in der Notaufnahme eintrifft, erledigt das Personal möglicherweise mehrere Aufgaben zugleich. Gerade im entscheidenden Moment kann der Bericht leicht unterbrochen werden. Im Gespräch mit Em kann die Rettungskraft vorab eine knappe Chronologie der Zustandsveränderungen des Patienten erarbeiten, deren mündliche Wiedergabe üben und einen Satz vorbereiten, mit dem sie eine übergangene Information nach einer Unterbrechung erneut nennt. Sie kann auch eine ruhige Antwort auf Fragen nach fehlenden Angaben üben, statt diese als Infragestellung ihres Wissens aufzufassen. Der Teammodus hilft, eine gemeinsame Sprache für die Übergabe zwischen verschiedenen Berufsgruppen vorzubereiten. Der Vergleich mit einer ausgewählten Person kann helfen, eine Frage zu Unklarheiten passend zu formulieren. Mikrolektionen können daran erinnern, sich den Empfang der wichtigsten Information bestätigen zu lassen. Diese Vorbereitung betrifft das Gespräch zwischen Menschen: Sie ersetzt weder die Dokumentation noch die Benennung einer Person, die den Bericht entgegennimmt, oder die Untersuchung des Patienten. Die angeführte Beobachtung bietet auch keine Grundlage dafür, Empatyzer eine Verbesserung der Behandlungsergebnisse zuzuschreiben.
Quellen
- Braverman, A., Frenkel, A., Schwarzfuchs, D., Jaffe, E., Bitan, Y. (2026). Verbal and visual information exchange in EMS-to-ED patient handovers: An observational and attitudinal study. International Emergency Nursing, 84, 101735. https://doi.org/10.1016/j.ienj.2025.101735 10.1016/j.ienj.2025.101735
- Pedersen, I., Sætren, G. B., Strandås, M., Kordahl, I. L. (2026). Factors affecting paramedics situational awareness in out of hospital emergencies: A mixed methods systematic review. International Emergency Nursing, 89, 101894. https://doi.org/10.1016/j.ienj.2026.101894 10.1016/j.ienj.2026.101894
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