Kommunikation im medizinischen Team

Klinische Pharmazie auf Station: Wie spricht man mit Ärztinnen und Ärzten über eine mögliche Unstimmigkeit in einer Verordnung?

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TL;DR: Wer in der klinischen Pharmazie auf Station eine mögliche Unstimmigkeit in einer Verordnung anspricht, sollte die relevanten Daten und die Dringlichkeit nennen und eine konkrete ärztliche Entscheidung erfragen. Wichtig sind auch die Bestätigung der Antwort und ein abgeschlossener Informationsfluss. Dies ist ein Vorschlag für die Gesprächsführung, kein durch Studien auf Station bestätigtes Vorgehen.

Wie hilft Empatyzer beim Gespräch zwischen klinischer Pharmazie und ärztlichem Personal?

Em hilft, die Form einer Frage auf die konkrete Person abzustimmen. Im Teammodus unterstützt Em dabei, ein gemeinsames Vorgehen zur Bestätigung dringender Hinweise festzulegen.

Diese Funktionen unterstützen dich dabei:

  • Mit Em über sich selbst sprechen: Mit Em strukturiert die Fachkraft drei Teile ihrer Mitteilung: Was ist ihr aufgefallen, warum ist es dringend und welche Entscheidung braucht sie?
  • Vergleich: Der Vergleich ihrer Kommunikationspräferenzen hilft, den Ton abzustimmen; der Teammodus unterstützt dabei, eine Regel für Empfangsbestätigungen festzulegen.
  • Mit Em über das Team sprechen: Em hilft im Teammodus, Regeln für die Bestätigung dringender Hinweise aus der Pharmazie zu erarbeiten.

Wenn eine Unstimmigkeit auffällt

Fällt einer Fachkraft der klinischen Pharmazie eine mögliche Unstimmigkeit in einer Verordnung auf, trägt sie zunächst die überprüfbaren Angaben zusammen: Arzneimittel, Dosis, Patientendaten und Anlass für die Zweifel. Sie klärt, ob sich die Frage auf die Dosis, den Verabreichungsweg oder eine Wechselwirkung bezieht, und schätzt vor dem Kontakt mit der Ärztin oder dem Arzt die Dringlichkeit ein. Im Gespräch sollte sie Beobachtung und Schlussfolgerung trennen: Die Angabe wirft Fragen auf, bedeutet aber noch nicht, dass die Verordnung falsch ist. So erhält die ärztliche Person einen konkreten Punkt zur Überprüfung statt eines Vorwurfs gegen ihre Entscheidung. Soll das Arzneimittel bald verabreicht werden, lässt sich dank der vorherigen Einschätzung klar sagen, bis wann eine Entscheidung nötig ist. Eine so vorbereitete Rückfrage lenkt die Aufmerksamkeit beider Seiten auf die Patientensicherheit.

Den Kontakt aufnehmen

Am besten beginnt das Gespräch mit den Angaben aus der Verordnung und einer Frage nach dem beabsichtigten Vorgehen – nicht mit einer Bewertung der Kompetenz der verordnenden Person. Eine Fachkraft der Pharmazie könnte sagen: „Bei diesen Patientendaten sehe ich diese Dosis. Ist dabei die Nierenfunktion berücksichtigt?“ Ist die Angelegenheit dringend, sollte sie auch erklären, warum sie vor der Verabreichung eine Entscheidung braucht. Eine Frage allein reicht jedoch nicht, wenn die angesprochene Person die Anordnung nicht ändern kann. Deshalb sollte geklärt werden, wer die Zweifel verbindlich ausräumen darf; diese Person sollte um Bestätigung des Dosierungsschemas gebeten werden. So bleibt Raum, die ärztliche Absicht zu erläutern, ohne den konkreten Punkt aus dem Blick zu verlieren, von dem das weitere Vorgehen abhängt.

Unterschiedlicher beruflicher Status

Unterschiedlicher beruflicher Status kann es einer Fachkraft der Pharmazie erschweren, eine Frage erneut zu stellen – besonders wenn auf den ersten Hinweis keine Antwort folgt. Ein Review von 294 Veröffentlichungen über das Ansprechen von Bedenken im Gesundheitswesen beschreibt den Kern dieses Verhaltens als Weitergabe einer Sorge an jemanden, der darauf reagieren kann; es prüft nicht die Wirksamkeit der hier beschriebenen Gesprächsführung. Für die Station ergibt sich daraus eine praktische Frage: Hat die dringende Nachricht eine entscheidungsbefugte Person erreicht, und was geschieht, wenn diese nicht antwortet? Die Leitung kann einen Weg für erneute Hinweise festlegen, damit ein Statusgefälle nicht dazu führt, dass die Sache unbeantwortet bleibt. Ein höflicher Ton erleichtert das Gespräch, bestätigt für sich genommen aber weder die Richtigkeit der Arzneimitteltherapie noch ersetzt er eine klinische Entscheidung.

Was Fachkräfte aus der Pharmazie berichten

In einer qualitativen Studie berichteten 13 Fachkräfte aus öffentlichen Apotheken über Hindernisse bei ihrer Mitwirkung an der Arzneimittelsicherheit und über ihre Erfahrungen in der Zusammenarbeit. Das sind Aussagen einer kleinen Gruppe außerhalb des Krankenhauses, keine Angaben zur Häufigkeit von Problemen auf Station. Die Studie belegt auch nicht, dass jede von den Teilnehmenden gemeldete Wechselwirkung klinisch relevant war. Ihre Erfahrungen können einem Stationsteam jedoch Fragen zur eigenen Praxis nahelegen: Was erschwert den Kontakt mit ärztlichem Personal, wenn Zweifel an einer Verordnung bestehen? Und ist klar, an wen man sich wenden kann? Antworten darauf muss das Team vor Ort suchen, statt die Ergebnisse ungeprüft zu übertragen. So hilft das Gespräch über Hürden, die Arbeit auf der eigenen Station zu verstehen, ohne ihr Probleme zuzuschreiben, die anderswo beobachtet wurden.

Die klinische Antwort

Nach einem Hinweis sollte die Ärztin oder der Arzt bestätigen, dass die Zweifel angekommen sind, und anschließend eine Entscheidung mitteilen oder sagen, wann die Anordnung überprüft wird. Die Anordnung kann geändert, nach Prüfung beibehalten oder es können zusätzliche Daten angefordert werden; in jedem Fall muss die Fachkraft der Pharmazie das Ergebnis erfahren. Beurteilen beide Seiten die Lage unterschiedlich, hilft es, die Daten zu benennen, auf denen die Entscheidung beruht, statt das Gespräch mit einer bloßen Zusicherung zu beenden. Bei dringenden, noch ungeklärten Zweifeln muss während der Klärung nach den örtlichen Verfahren für die Sicherheit der Patientin oder des Patienten gesorgt werden. Eine Empfangsbestätigung ist noch keine klinische Antwort. Sie macht aber deutlich, wer sich um die Frage kümmert und wann die Entscheidung nachgefragt werden sollte.

Die Entscheidung dokumentieren

Nach der Entscheidung sollten der Einwand der Fachkraft der Pharmazie, die ärztliche Erklärung und das weitere Vorgehen im dafür vorgesehenen Informationsweg festgehalten werden. Wurde die Anordnung geändert, sollte die Dokumentation sowohl die Änderung als auch die Person benennen, die die Ausführenden darüber informiert. Die Fachkraft der Pharmazie braucht die Bestätigung, dass ihre Frage geklärt wurde. Auch der nächste Dienst sollte nachvollziehen können, wie die endgültige Fassung der Anordnung zustande kam. Ein abgeschlossener Informationsfluss vermeidet erneute Anrufe aufgrund derselben Ungewissheit. Dabei ist zwischen der Korrektur einer Verordnung und der Feststellung zu unterscheiden, dass die frühere Angabe definitiv ein Fehler war. Die Dokumentation soll die Entscheidung und ihre Begründung weitergeben, nicht vorschnell über Schuld urteilen.

Aus wiederkehrenden Fragen lernen

Wenn ähnliche Verordnungen regelmäßig dieselben Fragen auslösen, reicht ein einzelnes Gespräch nicht aus. Das Team kann die Zweifel danach gruppieren, wo sie entstehen, und prüfen, ob ein Formular, ein Dosierungsstandard oder der Kontakt zwischen Berufsgruppen die Unklarheit verursacht. Sinnvoll ist auch eine gemeinsame Festlegung, welche Fragen dringend weitergegeben werden müssen, damit Pharmazie und ärztliches Personal die Bedeutung eines Hinweises ähnlich einschätzen. Gesondert sollte geprüft werden, ob die Fachkraft der Pharmazie nach einer Meldung eine Bestätigung der Entscheidung und eine Rückmeldung erhält. Dieser Blick hilft, wiederkehrende Schwierigkeiten in der Arbeitsorganisation zu erkennen, statt jeden Zweifel als Konflikt zwischen zwei Personen zu behandeln. Erkenntnisse aus Meldungen vor Ort müssen jedoch überprüft werden, bevor das Team seine bisherige Arbeitsweise ändert.

Konkrete Angaben, eine klare Bitte um Entscheidung und die Bestätigung der Antwort helfen, das Gespräch zwischen klinischer Pharmazie und ärztlichem Personal auf Station zu strukturieren.

Empatyzer im Gespräch zwischen klinischer Pharmazie und ärztlichem Personal

Vor einem Gespräch mit ärztlichem Personal kann eine Fachkraft der klinischen Pharmazie Em bitten, drei Teile ihrer Mitteilung zu strukturieren: Was ist ihr in der Verordnung aufgefallen, warum ist die Angelegenheit dringend und welche Entscheidung braucht sie? Anschließend sollte sie prüfen, ob die kurze Frage die für die Überprüfung nötigen Patientendaten und eine Bitte um Antwort enthält – statt einer Bewertung der ärztlichen Person. Ein Vergleich der Kommunikationspräferenzen der Beteiligten kann helfen, einen passenden Ton zu finden, ohne den klinischen Inhalt der Frage zu verändern. Em kann im Teammodus dabei helfen, eine gemeinsame Regel für die Bestätigung dringender Hinweise zu erarbeiten: Wer antwortet, wann muss eine Nachricht erneut gesendet werden und wie erfährt die Fachkraft der Pharmazie von der Entscheidung? Mikrolektionen können an diese kurze Gesprächsstruktur erinnern. Das unterstützt die Vorbereitung der Kommunikation und die Abstimmung der Zusammenarbeit; es ist weder ein Instrument zur Beurteilung der Richtigkeit einer Verordnung noch ein Ersatz für die ärztliche Entscheidung und das örtliche Verfahren.

Quellen

  1. Kane, J., Munn, L., Kane, S. F., & Srulovici, E. (2023). Defining Speaking Up in the Healthcare System: a Systematic Review. Journal of General Internal Medicine, 38(15), 3406–3413. https://doi.org/10.1007/s11606-023-08322-0 10.1007/s11606-023-08322-0
  2. White, A., Thompson, E. L., Kim, S., Osei, J. A., Fulda, K. G., Xiao, Y. (2025). Enhancing the Role of Community Pharmacists in Medication Safety: A Qualitative Study of Voices from the Frontline. Pharmacy, 13(4), 94. https://doi.org/10.3390/pharmacy13040094 10.3390/pharmacy13040094