Kommunikation im medizinischen Team

Für Klinikleitungen: Wie reagieren, wenn ein Patient einen Arzt wegen seiner Herkunft oder seines Geschlechts ablehnt?

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TL;DR: Klinikleitung und Behandlungsteam sollten klar reagieren, wenn ein Patient einen Arzt wegen seiner Herkunft oder seines Geschlechts ablehnt. Sie müssen die betroffene Person unterstützen, davon unabhängige medizinische Bedürfnisse des Patienten prüfen und seine weitere Versorgung sicherstellen. Studien zur Diskriminierung von Ärzten aus Minderheitengruppen stammen überwiegend aus den USA.

Wie hilft Empatyzer bei der Reaktion auf die Diskriminierung eines Arztes durch einen Patienten?

Em hilft im Teammodus, Formulierungen für Anmeldung und Personal vorzubereiten. Das Profil „Über mich“ hilft der Klinikleitung, die eigene Reaktion auf öffentliche Anspannung zu erkennen.

Diese Funktionen unterstützen Sie dabei:

  • Gespräch mit Em über sich selbst: Die Klinikleitung übt mit Em eine kurze Antwort an den Patienten und ein separates Gespräch mit dem Arzt über die benötigte Unterstützung.
  • Mikrolektionen: Damit lassen sich die Reaktion von Zeugen und die Unterstützung des Arztes üben.

Die Worte des Patienten und sein tatsächlicher Bedarf

Wenn ein Patient einen anderen Arzt verlangt, sollte zunächst geklärt werden, was er genau gesagt und wie er seine Ablehnung begründet hat. Nach Bedenken hinsichtlich der Behandlung zu fragen, bedeutet nicht, ein Vorurteil zu bestätigen. So kann eine tatsächliche Sprachbarriere oder ein Bedürfnis nach Privatsphäre sichtbar werden. Es kann sich aber auch zeigen, dass allein die Herkunft oder das Geschlecht des Arztes der Grund ist. Diese Unterscheidung ermöglicht es, über die Bedürfnisse des Patienten zu sprechen, ohne ein Vorurteil wie eine medizinische Indikation zu behandeln. Ein Überblick über 19 Studien, die sich vor allem mit Ärzten aus rassischen und ethnischen Minderheitengruppen in den USA befassen, beschreibt Fälle, in denen Patienten eine Behandlung ablehnten. Er enthält jedoch keine Untersuchungen zur Wirksamkeit verschiedener Reaktionsweisen. Die Fragen an den Patienten sind daher ein Vorschlag für das praktische Vorgehen und keine in diesen Studien überprüfte Methode.

Die erste Reaktion von Zeugen

Wer eine Bemerkung über die Herkunft oder das Geschlecht des Arztes hört, kann ruhig eine Grenze benennen: Eine solche Begründung für die Ablehnung ist keine angemessene Grundlage für die Wahl der Behandlung. Dabei sollte die Person den angegriffenen Arzt weder mit dem Gespräch noch mit der Entscheidung über den weiteren Verlauf des Besuchs alleinlassen. Der Patient braucht eine klare Auskunft darüber, wer heute verfügbar und für seine Versorgung qualifiziert ist. Ein Zeuge könnte sagen: „Dieser Arzt übernimmt heute Ihre Behandlung. Bitte beschreiben Sie Ihr medizinisches Anliegen; ich sorge dafür, dass es richtig weitergegeben wird.“ Das lenkt das Gespräch auf die Behandlung, ohne die Bemerkung zu rechtfertigen. Eine Befragung medizinischer Teams stellte einen Zusammenhang zwischen einer inklusiven Haltung von Führungskräften und der Sicherheit fest, sich zu Wort zu melden. Sie belegte jedoch nicht die Wirksamkeit dieser konkreten Reaktion auf Diskriminierung.

Was der Arzt braucht

Nach der ersten Reaktion sollte ein Gespräch unter vier Augen mit dem Arzt folgen. Dabei geht es darum, welche weitere Vorgehensweise er für sicher hält und welche Unterstützung er jetzt und nach dem Besuch braucht. Nicht jeder möchte den Patienten sofort an jemand anderen übergeben. Auch sollte ein Wechsel der behandelnden Person nicht als belanglos für den Arzt angesehen werden: Wie er kommuniziert wird, kann beeinflussen, wie das Team seine Kompetenz wahrnimmt. Wiederholt sich das Verhalten des Patienten, sollte eine vorgesetzte Person hinzugezogen werden, statt vom Arzt zu erwarten, dass er jedes Mal selbst die Grenze zieht. Das Gespräch darf sich nicht auf die formale Frage beschränken, ob er den Besuch fortsetzen möchte; es sollte Raum für konkrete Unterstützungswünsche bieten.

Die Sicherheit des Patienten

Parallel zur Reaktion auf die Diskriminierung muss das Team den Zustand des Patienten beurteilen: Wie dringend ist die Versorgung, muss die Behandlung fortgesetzt werden und wer kann sie übernehmen? Der Widerspruch gegen eine verletzende Forderung darf eine dringende Versorgung nicht unterbrechen. Gibt es einen Grund, die behandelnde Person zu wechseln, muss klar zwischen einem versorgungsbezogenen Grund – etwa einer tatsächlichen Verständigungsbarriere – und einem bloßen Vorurteil gegenüber dem Arzt unterschieden werden. Die Entscheidung sollte nicht allein die Person treffen, auf die sich die Äußerung des Patienten bezieht. Es gilt zu klären, wer nach den Regeln der Einrichtung dafür zuständig ist und wie dem Patienten der Plan für die weitere Versorgung mitgeteilt wird, ohne den Eindruck zu erwecken, die diskriminierende Begründung sei akzeptiert worden. Die konkrete Lösung muss mit den Verfahren der Einrichtung und polnischem Recht vereinbar sein.

Was die Forschung zeigt

Die Daten helfen, das Problem zu verstehen, liefern aber keinen fertigen Ablaufplan für jede Klinik. Ein Überblick über 19 Studien zur Diskriminierung von Ärzten aus rassischen oder ethnischen Minderheitengruppen beschrieb unter anderem, dass Patienten eine Behandlung ablehnten. Die Studien stammten überwiegend aus den USA; daraus lässt sich nicht ableiten, wie häufig solche Vorfälle in Polen sind. Auch fanden sich darin keine Untersuchungen zur Wirksamkeit von Maßnahmen, aus denen sich ein einziger bester Standard für die Reaktion ergeben würde. Die beschriebenen Erfahrungen bestimmter Gruppen können einem Team jedoch helfen zu erkennen, wann die Last, mit der Ablehnung umzugehen, beim Arzt liegt. Das Vorgehen vor Ort muss anschließend an die Organisation der Versorgung, die Verfahren der Einrichtung und die Bedingungen in Polen angepasst und seine Eignung in der Praxis beurteilt werden.

Eine gemeinsame Linie für das ganze Team

Vor dem nächsten ähnlichen Vorfall sollten Anmeldung und Behandlungsteam eine kurze, einheitliche Antwort auf wiederholte Bemerkungen eines Patienten vereinbaren. Alle sollten wissen, was sie im Beisein des Patienten sagen können, an wen sie den Fall weitergeben und wer über die weitere Versorgung entscheidet. So widersprechen sich Mitarbeitende nicht gegenseitig, und der Arzt muss die Haltung der Einrichtung nicht allein erklären. Kommt es aus berechtigten Gründen zu einem Wechsel der behandelnden Person, darf die Mitteilung nicht nahelegen, der bisherige Arzt sei wegen seiner Herkunft oder seines Geschlechts weniger kompetent gewesen. Der Vorfall sollte nach den Regeln für Dokumentation und Datenschutz festgehalten werden. Eine gemeinsame Sprache ersetzt nicht die Beurteilung der Situation, hilft dem Team aber, dieselbe Grenze zu wahren und den Versorgungsplan zu vermitteln.

Nach dem Besuch

Nach dem Besuch lohnt es sich, sowohl mit der angegriffenen Person als auch mit den Zeugen des Vorfalls zu sprechen. Der Arzt sollte gefragt werden, was er nach dem Gespräch mit dem Patienten braucht und ob die gewählte Reaktion geholfen oder zusätzliche Arbeit und Anspannung verursacht hat. Außerdem sollte geprüft werden, wie die weitere Versorgung des Patienten sichergestellt wurde und ob es in der Einrichtung schon ähnliche Situationen gab. Zeugen können benennen, wann ihnen eine klare Formulierung oder eine entscheidungsbefugte Person gefehlt hat. Solche Erkenntnisse helfen, die Anweisungen für Anmeldung und Behandlungsteam zu verbessern. Es geht nicht darum zu bewerten, ob der Arzt „richtig“ reagiert hat, sondern darum, die Belastung zu verringern, die beim nächsten Vorfall erneut auf ihm lasten könnte.

Die Reaktion auf eine diskriminierende Forderung darf nicht dem angegriffenen Arzt allein überlassen bleiben. Das Team muss den medizinischen Bedarf klären, eine Grenze ziehen und die weitere Versorgung sichern.

Empatyzer bei der Reaktion auf die Diskriminierung eines Arztes durch einen Patienten

Stellen wir uns vor, ein Patient lehnt an der Anmeldung einen Arztbesuch mit Verweis auf die Herkunft des Arztes ab. Die Klinikleitung kann im Gespräch mit Em zwei verschiedene Mitteilungen üben: eine kurze Antwort an den Patienten, die eine Grenze zieht und das Gespräch auf sein medizinisches Anliegen lenkt, sowie ein vertrauliches Gespräch mit dem Arzt darüber, welche Unterstützung er sich wünscht. Im Teammodus hilft Em, eine einheitliche Sprache für Anmeldung, Zeugen und Behandlungspersonal vorzubereiten, damit Mitarbeitende dem Patienten keine widersprüchlichen Signale geben. Das persönliche Profil „Über mich“ kann die Klinikleitung dazu anregen, die eigene Neigung zu prüfen, bei öffentlicher Anspannung einer klaren Grenzziehung auszuweichen. Mit Mikrolektionen lassen sich die Reaktion von Zeugen und die Unterstützung des Arztes getrennt üben. Auch ein Zeuge kann mit Em eine kurze Antwort an den Patienten und ein späteres unterstützendes Gespräch vorbereiten. Das hilft, Worte und Rollen zu klären, entscheidet aber weder über die Besetzung des Termins noch über die Dringlichkeit der Versorgung. Diese Entscheidungen bleiben bei den Personen, die nach den Regeln der Einrichtung dafür zuständig sind.

Quellen

  1. Ingrid M. Nembhard; Amy C. Edmondson (2006). Making it safe: the effects of leader inclusiveness and professional status on psychological safety and improvement efforts in health care teams. Journal of Organizational Behavior, 27(7), 941-966. https://doi.org/10.1002/job.413 10.1002/job.413
  2. Filut, A., Alvarez, M., Carnes, M. (2020). Discrimination Toward Physicians of Color: A Systematic Review. Journal of the National Medical Association, 112(2), 117-140. https://doi.org/10.1016/j.jnma.2020.02.008 10.1016/j.jnma.2020.02.008