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TL;DR: Krankenhauspersonal kann Menschen mit Demenz schützen, ohne ihnen alltägliche Entscheidungen automatisch abzunehmen. Hilfreich ist es, das konkrete Risiko zu benennen, nach dem Ziel der betroffenen Person zu fragen und Unterstützungsmöglichkeiten zu prüfen. Wenn Beschäftigte „sicher“ unterschiedlich verstehen, sollte eine gemeinsame Einschätzung der Situation der Ausgangspunkt sein – nicht mehr Kontrolle.
Wie hilft Empatyzer beim Gespräch über die Sicherheit von Menschen mit Demenz?
Em hilft dem Personal im Teammodus, ein konkretes Risiko zu benennen; „Über mich“ unterstützt dabei, die eigene Neigung zur Kontrolle zu reflektieren.
Diese Funktionen unterstützen dich dabei:
- Du und das Team: Mit Em lässt sich ein Gespräch über eine konkrete Situation und mögliche Unterstützung vorbereiten; die Teamansicht hilft, unterschiedliche Erwartungen der Beschäftigten zu berücksichtigen.
- Gespräch mit Em über dich selbst: Em hilft im Gruppenmodus zu klären, was die Beteiligten jeweils unter „sicher“ verstehen.
- Über mich: „Über mich“ unterstützt die Reflexion über die eigene Haltung zu Kontrolle und Unsicherheit.
Was bedeutet sicher?
Im Krankenhaus kann „sicher“ für die einen bedeuten, jedes Aufstehen aus dem Bett zu verhindern, für die anderen, der betroffenen Person zu helfen, selbstständig zur Toilette zu gehen. Bevor das Team eine Lösung wählt, sollte es das Risiko benennen – etwa einen Sturz auf dem Weg – und einschätzen, wie wahrscheinlich es in dieser Situation ist. Dabei gilt es, den Schutz der Person von der organisatorischen Erleichterung zu unterscheiden, die eine Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit bietet. Eine Implementierungsstudie zur Beobachtung von Menschen mit Demenz in drei englischen Krankenhäusern beschrieb das Spannungsverhältnis zwischen Risikominderung und psychosozialen Bedürfnissen. Sie war weder eine randomisierte Sicherheitsbewertung noch ein Beleg dafür, dass ein Ansatz überall funktioniert. Eine spätere Korrektur ergänzte Angaben zur Finanzierung, ohne die Ergebnisse zu ändern.
Das Ziel der betroffenen Person
Ausgangspunkt für den Plan sollte das Ziel der betroffenen Person sein, nicht allein die Sorge des Personals. Es lohnt sich zu fragen, wohin sie gehen möchte, was sie bislang selbstständig getan hat und welche Hilfe sie jetzt braucht. Die Frage muss an ihre derzeitigen Kommunikationsmöglichkeiten angepasst werden; eine ausbleibende schnelle Antwort bedeutet nicht, dass sie keine eigenen Wünsche hat. Wenn die Person selbst zur Toilette gehen möchte, kann das Team mit ihr besprechen, wie es sie dabei absichert, statt ihr sofort zu verbieten, das Bett zu verlassen. Die Vereinbarung sollte sich auf die konkrete Situation beziehen: Wie signalisiert sie ihren Bedarf, wann erhält sie Hilfe und wann überprüfen alle Beteiligten den Plan erneut? So richtet sich der Schutz nach dem tatsächlichen Risiko, während die Möglichkeit zur Entscheidung Teil der Versorgung bleibt.
Die Umgebung anpassen
Bevor das Team den selbstständigen Gang zur Toilette einschränkt, kann es prüfen, ob sich der Weg deutlicher kennzeichnen, die Beleuchtung verbessern oder eine Begleitung ermöglichen lässt. Auch Situationen, die die Orientierung erschweren, sollten betrachtet werden, statt jede Bewegung der betroffenen Person als dasselbe Problem zu behandeln. Jede Änderung ist am benannten Risiko zu messen: Trägt sie tatsächlich dazu bei, die Sturzgefahr zu verringern, ohne der Person die Möglichkeit zu nehmen, ihr Ziel zu erreichen? Eine dokumentierte Einschätzung erleichtert dem Team ein einheitliches Vorgehen. Die Implementierungsstudie in drei englischen Krankenhäusern zeigt, dass bei der Beobachtung von Menschen mit Demenz ein Spannungsverhältnis zwischen Risikovermeidung und psychosozialen Bedürfnissen besteht. Sie war keine randomisierte Studie, die über die Wirksamkeit solcher Änderungen entscheiden könnte.
Kommunikation bei Meinungsverschiedenheiten
Ein Streit über Bewegungsfreiheit wird leicht zu einem Streit darüber, wem das Wohl der betroffenen Person wichtiger ist. Besser ist es, beide Seiten zu bitten, ihre Bedenken auf denselben Fall zu beziehen. Welches konkrete Risiko besteht auf dem Weg zur Toilette, und was kostet es die Person, wenn ihr das selbstständige Aufstehen untersagt wird? Diese Gegenüberstellung ermöglicht ein Gespräch über den Wert von Bewegung und den nötigen Schutz, statt „Sicherheit“ und „Selbstständigkeit“ als Schlagworte gegeneinanderzustellen. Anschließend kann das Team vereinbaren, wie es hilft und unter welchen Bedingungen der Plan erneut überprüft wird – etwa wenn sich die Fähigkeiten der Person verändern oder ein Vorfall eintritt. So bleibt die Entscheidung an die beobachtete Situation gebunden und kann angepasst werden.
Die Sprache des Personals
Die Art des Gesprächs beeinflusst, ob die betroffene Person an der Planung mitwirken kann. Statt bevormundender Verniedlichungen sollte das Personal klar sprechen und eine Wahl anbieten, die tatsächlich besteht – etwa hinsichtlich des Zeitpunkts für den Toilettengang oder der Art der Hilfe. Danach gilt es unter Berücksichtigung ihrer aktuellen Kommunikationsmöglichkeiten zu prüfen, ob die Person die Vereinbarung verstanden hat. Eine Clusterstudie zur CHAT-Intervention befasste sich damit, bevormundende Sprache gegenüber Menschen mit Demenz in Pflegeheimen zu reduzieren. Sie bietet einen wichtigen Anhaltspunkt, um über die Sprache des Personals nachzudenken, ist aber kein direkter Beleg für die Wirksamkeit jeder Gesprächsweise im Krankenhaus. Eine echte Wahl besteht nicht darin, eine Frage zu stellen, wenn die Antwort der betroffenen Person nichts ändert.
Zusammenarbeit mit Angehörigen
Angehörige können schildern, wie sich die betroffene Person in vertrauter Umgebung verhalten hat: ob sie die Toilette gewöhnlich selbst aufsuchte, was ihr bei der Orientierung half und wie sie auf angebotene Hilfe reagierte. Solche Angaben helfen, ihre Gewohnheiten und möglichen Bedürfnisse besser zu verstehen. Sie ersetzen jedoch nicht die Einschätzung dessen, was die Person in der aktuellen Krankenhaussituation kann und möchte. Deshalb sollten die Schilderungen der Familie mit einem Gespräch mit der betroffenen Person und der Beobachtung ihrer derzeitigen Fähigkeiten abgeglichen werden. Falls trotz Versuchen, die Unterstützung anzupassen, eine Einschränkung notwendig wird, sollte das Personal den Angehörigen deren konkreten Zweck erklären. Ebenso sollte es sagen, unter welchen Umständen das Team die Entscheidung erneut prüft, statt sie als unveränderlich darzustellen.
Den Plan überprüfen
Nach der Vereinbarung des Plans reicht es nicht zu prüfen, ob das Personal die angeordnete Beobachtung durchgeführt hat. Das Team sollte Informationen über konkrete Vorfälle sammeln, aber auch über die Erfahrungen der betroffenen Person: Konnte sie ihr Ziel erreichen, und wie hat sie die Hilfe erlebt? Außerdem sollte es prüfen, ob Einschränkungen über das vereinbarte Maß hinaus angewendet werden und ob sie noch dem benannten Risiko entsprechen. Ändert sich die Situation, muss der Plan erneut besprochen werden. Die Beschreibung der Einführung von Beobachtungsmaßnahmen in drei englischen Krankenhäusern macht auf das Spannungsverhältnis zwischen Schutz und psychosozialen Bedürfnissen aufmerksam, erlaubt aber keine Verallgemeinerung der Ergebnisse auf alle Einrichtungen. Die später veröffentlichte Korrektur betraf Angaben zur Finanzierung, nicht die Ergebnisse der Studie.
Für die Sicherheit von Menschen mit Demenz müssen das konkrete Risiko, ihr eigenes Ziel und mögliche Unterstützung besprochen werden. Unterschiedliche Auffassungen im Team müssen nicht zu mehr Kontrolle führen.
Empatyzer im Gespräch über die Sicherheit von Menschen mit Demenz
Wenn ein Krankenhausteam darüber streitet, wie viel Freiraum es einer Person mit Demenz lassen soll, kann Empatyzer helfen, ein Gespräch über einen konkreten Vorfall statt über allgemeine Grundsätze vorzubereiten. Mit Em können Beschäftigte das Risiko, das Ziel der betroffenen Person und mögliche Formen der Unterstützung benennen; die Teamansicht hilft dabei, unterschiedliche Erwartungen an die Versorgung zu berücksichtigen. Em kann im Gruppenmodus klären, was die Beteiligten mit „sicher“ meinen: einen Sturz verhindern, Bewegung einschränken oder der Person helfen, ihr Ziel zu erreichen. „Über mich“ unterstützt die Reflexion über die eigene Haltung zu Kontrolle und Unsicherheit, bevor diese im Streit zum Argument wird. Mikro-Lektionen können helfen, zunächst nach dem Bedürfnis der betroffenen Person zu fragen, statt automatisch eine Einschränkung einzuführen. Aus dem so vorbereiteten Gespräch sollte ein konkreter, mit der betroffenen Person vereinbarter Plan hervorgehen: Welche Hilfe steht bereit, welches Risiko soll sie mindern und wann überprüft das Team den Plan erneut?
Quellen
- Williams, K. N., Perkhounkova, Y., Herman, R., Bossen, A. (2017). A Communication Intervention to Reduce Resistiveness in Dementia Care: A Cluster Randomized Controlled Trial. The Gerontologist, 57(4), 707-718. https://doi.org/10.1093/geront/gnw047 10.1093/geront/gnw047
- Handley, M., Theodosopoulou, D., Taylor, N., Hadley, R., Surr, C., Goodman, C., et al. (2025). A mixed-methods multi-site case study of a person-centred intervention for constant observation in hospitals with people living with dementia. PLOS ONE, 20(10), e0321166. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0321166. A mixed-methods multi-site case study of a person-centred intervention for constant observation in hospitals with people living with dementia
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