„Schreiben oder lieber in Ruhe lassen?“ – Unterstützung nach einem Verlust hat nicht nur eine Form

Helena erfährt vom Tod einer nahestehenden Person in Majas Leben. Sie beginnt ihr zu schreiben, weil sie nicht so tun möchte, als sei nichts passiert.

Maja kehrt zur Arbeit zurück und sieht weitere Beileidsnachrichten. Sie denkt nur:
– Ich wollte einfach zwei Stunden lang arbeiten.

Helena möchte Fürsorge durch Kontakt zeigen. Maja braucht Fürsorge in diesem Moment eher als ein wenig Raum.

Was bringt dir Empatyzer?

Manchmal sind Reaktionen von Kolleginnen und Kollegen schwer zu verstehen – das führt zu Missverständnissen und Stress. Das System erklärt diese Mechanismen anhand der Diagnose, ohne jemanden in Schubladen zu stecken, und zeigt Wege zur Einigung. Du bekommst individuelles Training der zwischenmenschlichen Kommunikation genau im Krisenmoment. Statt zu raten erhältst du einen konkreten Hinweis, wie du die Stimmung entschärfst.

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Was wirklich passiert ist

Helena kennt Verlust und erinnert sich daran, wie sehr sie das Schweigen anderer verletzt hat. Deshalb möchte sie Maja kontaktieren. Maja braucht in ihrem eigenen Erleben gerade das Gegenteil: einige Stunden normaler Arbeit, in denen niemand das schwierige Thema erneut öffnet. Beide Reaktionen können gesund und menschlich sein. Die größte Falle besteht darin, dass die eigene Erfahrung mit Trauer leicht zur Bedienungsanleitung für die Trauer eines anderen Menschen wird.

Was die Forschung dazu sagt

Forschung zur Unterstützung von Beschäftigten nach einem Verlust zeigt, dass Menschen Verständnis, Verfügbarkeit, Möglichkeiten zur Anpassung der Arbeit und Anerkennung des Verlusts schätzen, die Bedürfnisse jedoch unterschiedlich sind (C.A.R.E.-Modell der Trauerunterstützung; Wilson et al., 2021). Eine österreichische Studie von 2026 zeigte Unterschiede in bevorzugten Formen der Unterstützung unter anderem nach Alter und Geschlecht; Aussagen der Befragten betonten außerdem die Rolle von Führungsverhalten und Organisationskultur (Kreyer et al., 2026). Eine repräsentative deutsche Studie von 2026 unterstrich ebenfalls die große Bedeutung von Empathie und Verfügbarkeit, aber ebenso das Fehlen einer einzigen Lösung für alle. Gute Unterstützung muss der betroffenen Person daher Kontrolle über Form und Zeitpunkt des Kontakts lassen.

Wie man damit umgehen kann

Das sicherste Signal ist kurz und verlangt keine Antwort: „Es tut mir sehr leid. Ich bin da, wenn du etwas brauchst. Du musst nicht antworten.“ Danach sollte die betroffene Person selbst entscheiden können, ob sie sprechen, normal arbeiten, die Belastung anpassen oder lieber allein sein möchte. Die allgemeine Regel lautet: Biete in einem schwierigen Moment Kontakt und Hilfe an, aber zwinge niemanden, sie in derselben Form anzunehmen, die dir selbst einmal geholfen hat.

Wie Empatyzer und Em helfen können

Empatyzer kann Helena helfen, einen unterstützenden Kontakt vorzubereiten, sollte aber nicht aus Psychometrie vorhersagen, wie Maja Trauer erleben wird. In einer solchen Situation ist das Kommunikationsprofil nur ein vorsichtiger Hintergrund; entscheidend ist Wahlmöglichkeit. Em kann eine kurze Nachricht ohne Antwortpflicht vorschlagen: „Es tut mir sehr leid. Ich bin da, wenn du etwas brauchst. Du musst nicht antworten.“ Es kann Helena außerdem daran erinnern, den eigenen Umgang mit Verlust nicht auf Maja zu übertragen und später nach organisatorischen Bedürfnissen zu fragen, statt emotional ein Gespräch herauszuziehen. Empatyzer ist keine Therapie. Mikrolektionen können Führungskräften jedoch vermitteln, dass besonders empathische Unterstützung oft darin besteht, mehrere sichere Optionen anzubieten und der betroffenen Person die Kontrolle darüber zu lassen, welche davon sie nutzt.

Quellen und Forschung

  1. Stephanie Gilbert; Jane Mullen; E. Kevin Kelloway; Jennifer K. Dimoff; Michael Teed; Taegen McPhee (2021). The C.A.R.E. model of employee bereavement support. Journal of Occupational Health Psychology, 26(5), 405-420. https://doi.org/10.1037/ocp0000287 DOI: 10.1037/ocp0000287
  2. Melina Prünster; Elisabeth Nöhammer (2026). Work, grief and support: what employees need and organisations provide – evidence from Austria. International Journal of Workplace Health Management, 19(4), 407-427. https://doi.org/10.1108/IJWHM-08-2025-0196 DOI: 10.1108/IJWHM-08-2025-0196

Autor: Empatyzer

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