„Warum hast du meinem Team geschrieben?“ – Tempo gegen Verantwortung

Firmenchat, dringendes Kundenproblem. Nia schreibt Olek direkt, weil er das Problem schnell lösen kann. Karim erfährt erst später davon.

– Olek, der Kunde hängt fest. Kannst du sofort draufschauen?
– Klar.

Das Problem ist schnell gelöst. Karim sieht jedoch, dass jemand die Prioritäten seines Teams verändert hat, ohne ihn einzubeziehen.

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Der virtuelle Coach Em zeigt, wie du Absprachen abschließt und Erwartungsunterschiede zwischen Rollen klärst. Wirksames Teamkommunikationstraining muss individuelle Motivatoren und den Kontext der gesamten Gruppe berücksichtigen. Statt trockener Theorie bekommst du Unterstützung hier und jetzt – das sorgt für mehr Klarheit in der Zusammenarbeit.

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Was wirklich passiert ist

Nia sieht ein dringendes Kundenproblem und den kürzesten Weg zur Lösung: direkt zu Olek, der es beheben kann. Karim sieht dieselbe Situation aus einer anderen Position. Er trägt Verantwortung für Prioritäten und Auslastung seines Teams. Eine direkte Bitte an Olek kann deshalb unbeabsichtigt die Reihenfolge der Teamarbeit verändern, ohne dass Karim davon weiß. Nia möchte Karim keine Autorität nehmen. Karim möchte schnelle Zusammenarbeit nicht blockieren. Der Konflikt liegt an der Schnittstelle zweier vernünftiger Ziele: Geschwindigkeit und koordinierte Verantwortung.

Was die Forschung dazu sagt

Wenn mehrere Personen oder Teams auf ein gemeinsames Ergebnis hinarbeiten, brauchen sie sowohl direkte Kommunikationswege als auch klare Rollen. Forschung zu Multiteam-Systemen betont die Bedeutung der Koordination über Teamgrenzen hinweg und der Führung solcher Abhängigkeiten (Zaccaro et al., 2020). Langjährige Forschung verbindet außerdem Unklarheit über Rollen und Verantwortlichkeiten mit Problemen am Arbeitsplatz (role ambiguity; Jackson & Schuler, 1985). Daraus folgt nicht, dass jede Anfrage über die Führungskraft laufen muss. Ein schneller Weg zur Expertise sollte nur nicht unsichtbar Prioritäten verändern, für die jemand anderes weiterhin verantwortlich ist.

Wie man damit umgehen kann

Am besten wird im Voraus ein einfaches Protokoll vereinbart. Bei einem kundenkritischen Problem kann Nia beispielsweise direkt den Experten kontaktieren und gleichzeitig die Teamleitung informieren – ohne einen Termin zu versprechen, bevor die Prioritäten bestätigt sind. Weniger dringende Themen können zuerst an die Person gehen, die die Priorisierung verantwortet. Die allgemeine Regel lautet: Verkürze den Weg zur Expertise, aber umgehe nicht die Information, die Menschen brauchen, um Verantwortung und Arbeitslast zu steuern.

Wie Empatyzer und Em helfen können

Empatyzer kann Nia und Karim zeigen, dass beide das Ergebnis schützen, nur unterschiedliche Teile davon. Nia sieht den schnellsten Weg zur Person, die das Kundenproblem lösen kann; Karim verantwortet Prioritäten und Auslastung des gesamten Teams. Diagnosedaten, Organisationsrollen und Profilvergleich können Em erkennen lassen, dass Nias Abkürzung sich für Karim wie ein Umgehen seiner Rolle anfühlen kann, selbst wenn sie operativ funktioniert. Em kann sofort einen einfachen Weg vorschlagen: Bei dringenden Themen die handlungsfähige Person direkt kontaktieren und die verantwortliche Teamleitung gleichzeitig informieren. Teamdaten können ähnliche Reibung an Abteilungsgrenzen sichtbar machen. Mikrolektionen festigen die Regel, dass Tempo und Verantwortung nicht konkurrieren müssen, wenn der Informationsfluss mit der Handlung Schritt hält.

Quellen und Forschung

  1. Stephen J. Zaccaro; Samantha Dubrow; Elisa M. Torres; Lauren N. P. Campbell (2020). Multiteam Systems: An Integrated Review and Comparison of Different Forms. Annual Review of Organizational Psychology and Organizational Behavior, 7, 479-503. https://doi.org/10.1146/annurev-orgpsych-012119-045418 DOI: 10.1146/annurev-orgpsych-012119-045418
  2. Susan E. Jackson; Randall S. Schuler (1985). A meta-analysis and conceptual critique of research on role ambiguity and role conflict in work settings. Organizational Behavior and Human Decision Processes, 36(1), 16-78. https://doi.org/10.1016/0749-5978(85)90020-2 DOI: 10.1016/0749-5978(85)90020-2

Autor: Empatyzer

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