„Wie kommst du zu diesem Schluss?“ – Entscheidung oder Bedarf an Belegen?

Präsentation einer Empfehlung. Zofia zeigt eine Folie mit ihrer Empfehlung für Option B. Statt die Schlussfolgerung anzunehmen, fragt Tomasz, wie die Zahlen berechnet wurden.

– Ich empfehle Option B. Damit verbessern wir das Ergebnis am schnellsten.
– Mit welchen Annahmen hast du gerechnet?
– Was ist mit Saisonalität? Und mit Churn nach dem ersten Monat?

Zofia fühlt sich zunehmend geprüft. Tomasz nutzt die Fragen, um zu entscheiden, ob er der Empfehlung vertrauen kann.

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Was wirklich passiert ist

Zofia präsentiert eine Empfehlung und erwartet, dass sich das Gespräch nun auf eine Entscheidung zubewegt. Tomasz prüft Annahmen, Saisonalität und Daten. Für ihn sind Fragen ein Weg zu Vertrauen: Wenn die Antworten tragen, kann er die Schlussfolgerung mit Überzeugung unterstützen. Zofia hört dieselbe Fragenfolge als Prüfung ihrer Kompetenz. Je stärker sie sich kontrolliert fühlt, desto leichter wird eine defensive Reaktion. Tomasz kann diese Abwehr wiederum als weiteren Grund sehen, noch genauer nachzufragen. Eine Auseinandersetzung über die Qualität eines Arguments beginnt, persönliche Bedeutung anzunehmen.

Was die Forschung dazu sagt

Teamforschung unterscheidet zwischen Konflikten über die Aufgabe und Konflikten über Menschen und Beziehungen. Sachkonflikt kann nützlich sein, aber leicht in Beziehungskonflikt übergehen, besonders wenn Vertrauen fehlt oder Fragen feindliche Absichten zugeschrieben werden (Simons & Peterson, 2000; Peterson & Behfar, 2003). Das passt gut zu dieser Szene: „Welche Annahmen hast du verwendet?“ ist zunächst eine Frage zum Modell. Zofia kann trotzdem hören: „Ich glaube nicht, dass du weißt, was du tust.“ Das Problem liegt daher nicht nur in der Frage selbst, sondern in der Bedeutung, die ihr zugeschrieben wird.

Wie man damit umgehen kann

Tomasz kann den Zweck benennen, bevor er eine Reihe von Fragen stellt: „Ich möchte diese Option mittragen können, deshalb prüfe ich drei Annahmen.“ Zofia kann sich selbst vom Modell trennen: „Stellst du mich infrage oder die Annahme?“ Das Team kann bei wichtigen Empfehlungen außerdem ausdrücklich eine Phase zum Belastungstest des Arguments einplanen, ohne diesen Prozess als Illoyalität zu behandeln. Die allgemeine Regel lautet: Eine Frage kann ein Angriff sein, aber auch ein Weg, Vertrauen aufzubauen; sag, warum du fragst, bevor die andere Person den Grund selbst erfinden muss.

Wie Empatyzer und Em helfen können

Empatyzer kann Zofia und Tomasz zeigen, dass Fragen keine universelle Bedeutung haben. Diagnose und Profilvergleich können sichtbar machen, dass Tomasz Vertrauen aufbaut, indem er Annahmen und Präzision testet, während Zofias schneller, ergebnisorientierter Stil eine Fragenserie leichter als Entscheidungsblockade oder Kompetenztest erleben lässt. Em kann Tomasz darauf vorbereiten, seine Absicht vor dem Nachfragen zu benennen – „Ich möchte diese Option unterstützen, deshalb prüfe ich drei Annahmen“ – und Zofia daran erinnern, eine Frage zum Modell von einer Frage zu ihrer Fähigkeit zu unterscheiden. Wenn sich dieselbe Spannung im Team wiederholt, können Gruppendaten eine gemeinsame Phase zur Prüfung von Argumenten unterstützen. Mikrolektionen festigen die Idee, dass eine gut gerahmte Frage ein Weg sein kann, Vertrauen aufzubauen, nicht ein Beweis dafür, dass Vertrauen fehlt.

Quellen und Forschung

  1. Tony L. Simons; Randall S. Peterson (2000). Task conflict and relationship conflict in top management teams: the pivotal role of intragroup trust. Journal of Applied Psychology, 85(1), 102-111. https://doi.org/10.1037/0021-9010.85.1.102 DOI: 10.1037/0021-9010.85.1.102
  2. Randall S. Peterson; Kristin Jackson Behfar (2003). The dynamic relationship between performance feedback, trust, and conflict in groups: A longitudinal study. Organizational Behavior and Human Decision Processes, 92(1-2), 102-112. https://doi.org/10.1016/S0749-5978(03)00090-6 DOI: 10.1016/S0749-5978(03)00090-6

Autor: Empatyzer

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