„Erst liefern“ – wenn Fragen wie fehlende Eigenverantwortung wirken
Projektmeeting. Olek stellt den vorgeschlagenen Weg zur Aufgabe infrage und schlägt eine einfachere Lösung vor. Zofia möchte vor allem sehen, dass das Ergebnis geliefert wird.
– Warum machen wir das so? Wir können es einfacher lösen.
– Erst liefern. Verbessern können wir später.
Olek hört: Seine Initiative ist nicht erwünscht. Zofia beginnt, seine Fragen als Ausweichen vor Verantwortung zu lesen.
Was bringt dir Empatyzer?
Führungskräfte und Mitarbeitende prägen die Atmosphäre gemeinsam durch tägliche, kleine Interaktionen. Wirklich effektive Teamkommunikation erfordert, die Diagnose von Zusammenarbeitsstilen und gegenseitigen Erwartungen zu berücksichtigen. Em unterstützt diesen Prozess in Echtzeit, statt lebensferne Ratschläge zu geben.
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Zofia sieht viele Fragen und Diskussionen von Olek und beginnt daraus zu schließen, ihm fehle Eigenverantwortung. Olek hört aus ihrer Reaktion: Ideen sind nicht erwünscht, nur Ausführung. Also schlägt er weniger vor und stellt weniger Fragen. Zofia sieht den Rückgang an Initiative und bekommt scheinbar den Beweis für ihr ursprüngliches Urteil: „Ich wusste, dass ich ihn im Blick behalten muss.“ Olek bekommt den Beweis für sein eigenes Urteil: „Ich wusste, dass mein Beitrag nicht gewollt ist.“ Die anfängliche Annahme jeder Seite hilft dabei, das spätere Verhalten der anderen Person hervorzubringen.
Was die Forschung dazu sagt
Erwartungen an Menschen können beeinflussen, wie wir sie behandeln, und diese Behandlung kann wiederum ihr späteres Verhalten und ihre Leistung verändern. Im Arbeitskontext wurde das als selbsterfüllende Führungserwartung untersucht, einschließlich Pygmalion-Effekten und ihren negativen Gegenstücken (Eden, 1992; Kierein & Gold, 2000; McNatt, 2000). Diese Szene ist kein klassisches Pygmalion-Experiment, zeigt aber dieselbe Rückkopplungslogik: Eine Erwartung verändert die Behandlung, und das veränderte Verhalten der Person wirkt anschließend wie eine Bestätigung der ursprünglichen Erwartung.
Wie man damit umgehen kann
Die Schleife sollte auf Verhaltensebene unterbrochen werden, nicht über Etiketten. Zofia kann die Phasen ausdrücklich definieren: „In der Planungsphase will ich deine Fragen. Sobald wir entschieden haben, brauche ich die Umsetzung bis zum vereinbarten Termin.“ Dann weiß Olek, wann Hinterfragen ein Beitrag ist und wann es beginnt, Lieferung zu blockieren. Zusätzlich sollte konkrete Evidenz bewertet werden: Wurden Aufgaben geliefert? Welche Vorschläge waren nützlich? Wo hat Diskussion geholfen oder geschadet? Die allgemeine Regel lautet: Bevor du Verhalten als Beweis für dein Urteil nimmst, prüfe, ob deine eigene Behandlung dieses Verhalten mit erzeugt hat.
Wie Empatyzer und Em helfen können
Empatyzer kann diese Schleife unterbrechen, bevor sich „schwieriger Mitarbeiter“ und „kontrollierende Führungskraft“ als feste Etiketten auf beiden Seiten verankern. Die Diagnose kann zeigen, dass Olek von Natur aus Fragen, Veränderung und Initiative einbringt, während Zofia nach einer Entscheidung stärker auf Tempo, Ergebnis und Umsetzung fokussiert. Der Profilvergleich erlaubt Em, eine klare Grenze zu definieren: wann Debatte erwünscht ist und wann Lieferung Vorrang hat. Zofia muss Initiative nicht unterdrücken, um Umsetzung zu bekommen, und Olek muss seine Ideen nicht einstellen, um Verantwortung zu zeigen. Teamdaten können sichtbar machen, ob ähnliche Schleifen an anderer Stelle entstehen. Mikrolektionen helfen Führungskräften zu erkennen, wann die eigene Reaktion genau das Verhalten hervorbringt, das später als feste Eigenschaft des Mitarbeiters interpretiert wird.
Quellen und Forschung
- Dov Eden (1992). Leadership and expectations: Pygmalion effects and other self-fulfilling prophecies in organizations. The Leadership Quarterly, 3(4), 271-305. https://doi.org/10.1016/1048-9843(92)90018-B DOI: 10.1016/1048-9843(92)90018-B
- Nicole M. Kierein; Michael A. Gold (2000). Pygmalion in work organizations: a meta-analysis. Journal of Organizational Behavior, 21(8), 913-928. https://doi.org/10.1002/1099-1379(200012)21:8%3C913::AID-JOB62%3E3.0.CO%3B2-%23 DOI: 10.1002/1099-1379(200012)21:8<913::AID-JOB62>3.0.CO;2-#
- D. Brian McNatt (2000). Ancient Pygmalion joins contemporary management: a meta-analysis of the result. Journal of Applied Psychology, 85(2), 314-322. https://doi.org/10.1037/0021-9010.85.2.314 DOI: 10.1037/0021-9010.85.2.314
Autor: Empatyzer
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