„Ich habe es dir erzählt, weil ich dir vertraut habe“ – private Informationen im Job

Bei einem Kaffee im Büro. Nia zeigt Jonas die Ausschreibung für einen einzigen Platz in einem renommierten Programm.

– Ich habe es noch niemandem erzählt. Ich möchte mich unbedingt bewerben.
– Sieht sinnvoll aus.

Am Abend schickt auch Jonas eine Bewerbung ab. Nia sah in ihrer Nachricht eine Geste des Vertrauens; Jonas sah lediglich eine öffentliche Chance, die beiden offensteht.

Was bringt dir Empatyzer?

Menschen öffnen sich eher, wenn sie sich von ihren Vorgesetzten verstanden fühlen. Em hilft, Argumente passend zur Persönlichkeit des Gegenübers zu wählen – bei gleichzeitigem Respekt vor der Privatsphäre. Das ist mehr als theoretisches Training zur internen Kommunikation, weil die Hinweise „hier und jetzt“ greifen. Manager gewinnen Ruhe und die Sicherheit, dass ihre Botschaft richtig ankommt. Weniger Missverständnisse bedeuten höhere Effizienz der gesamten Abteilung.

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Was wirklich passiert ist

Nia teilt die Information privat mit Jonas. Für sie ist schon die Art der Weitergabe bedeutsam: „Ich habe dich ausgewählt, dir vertraut und dich früher eingeweiht.“ Als Jonas später dieselbe Gelegenheit nutzt, kann Nia das Gefühl haben, dass er etwas Selbstverständliches verletzt hat. Jonas erkennt jedoch keine ausgesprochene Regel. Wenn die Möglichkeit öffentlich ist und weder um Vertraulichkeit noch um Exklusivität gebeten wurde, behandelt er sie als für alle offen. Der Konflikt entsteht also um eine Vereinbarung, die für die eine Seite in der Beziehung existierte und für die andere nie geschlossen wurde.

Was die Forschung dazu sagt

Im Arbeitsleben bilden Menschen viele Erwartungen, die in keinem formalen Vertrag stehen: „Wenn ich X tue, sollte die andere Seite Y tun“, „Das verwenden wir nicht gegeneinander“, „Das bleibt unter uns“. Forschende beschreiben solche unausgesprochenen Überzeugungen über gegenseitige Verpflichtungen als psychologischen Vertrag (psychological contract). Meist bezieht sich der Begriff auf die Beziehung zwischen Mitarbeitenden und Organisation oder Vorgesetzten, daher ist er für Nia und Jonas eher eine nützliche Analogie als exakt derselbe theoretische Fall. Forschung zeigt jedoch klar, dass die Verletzung einer erwarteten Verpflichtung Vertrauen beeinträchtigen kann, selbst wenn keine formale Regel gebrochen wurde (z. B. Restubog et al., 2022). Das hilft zu verstehen, warum „Du hast keine Regel gebrochen“ und „Ich fühle mich verraten“ gleichzeitig ehrliche Aussagen sein können.

Wie man damit umgehen kann

Wenn eine Information eine Verpflichtung erzeugen könnte, sollte man diese Verpflichtung ausdrücklich benennen: „Ich sage dir das vertraulich“, „Ich möchte, dass du es früher weißt, aber natürlich kannst du dich auch bewerben“ oder „Ich teile das mit dir, aber bitte gib es bis Freitag nicht weiter“. Die empfangende Person kann nachfragen: „Ist das nur eine Information oder verbindest du eine Erwartung damit?“ Die allgemeine Regel lautet: Je wichtiger dir die unausgesprochene Bedeutung einer Geste ist, desto riskanter ist es, sie unausgesprochen zu lassen.

Wie Empatyzer und Em helfen können

Empatyzer kann Nia und Jonas helfen, Vertraulichkeit nicht dem Raten zu überlassen. Profile können Unterschiede darin zeigen, wie stark Beziehung, Loyalität und formale Regeln die Interpretation von Informationen prägen. Das System sollte jedoch nicht annehmen, dass ein privater Kommunikationskanal automatisch Geheimhaltung bedeutet. Vor der Weitergabe sensibler Informationen kann Em Nia empfehlen: „Wenn das unter euch bleiben soll, sag es ausdrücklich.“ Jonas kann umgekehrt fragen: „Darf ich das weitergeben oder vorerst nicht?“ Genau solch kleine Verhaltensweisen lassen sich über Mikrolektionen festigen, ohne daraus eine große Theorie zu machen. Empatyzer selbst folgt demselben Prinzip: Private Profile und Gespräche sollten anderen Nutzern nicht offengelegt werden. Vertrauen wächst, wenn Informationsgrenzen ausdrücklich geklärt und nicht nur gefühlt werden.

Quellen und Forschung

  1. Khaldoun I. Ababneh; Evangelos Dedousis; Udo Braendle (2022). Employees' reactions to supervisors' fulfillment/non-fulfillment of psychological contract promises: an experimental field study. Employee Relations, 44(4), 948-971. https://doi.org/10.1108/ER-07-2020-0308 DOI: 10.1108/ER-07-2020-0308

Autor: Empatyzer

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