„Fünf Ziele, eine Aufgabe“ – Verantwortung der Person oder des Teams?
Anna trifft sich mit dem Produktteam. Sie gibt jeder Person einen eigenen Bereich und ein eigenes Ergebnis. Später verschiebt das Team Arbeit zwischen den Personen, damit das Gesamtergebnis geliefert wird.
– Jeder hat seinen eigenen Bereich und sein eigenes Ergebnis. Klar?
– Wenn jeder nur seinen Teil macht, fällt das Ganze auseinander – sagt Helena später zum Team.
Das Endergebnis ist gut, aber die individuellen Aufgabenlisten stimmen nicht mehr damit überein, wer welchen Teil tatsächlich erledigt hat.
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Der virtuelle Coach Em zeigt, wie du Absprachen abschließt und Erwartungsunterschiede zwischen Rollen klärst. Wirksames Teamkommunikationstraining muss individuelle Motivatoren und den Kontext der gesamten Gruppe berücksichtigen. Statt trockener Theorie bekommst du Unterstützung hier und jetzt – das sorgt für mehr Klarheit in der Zusammenarbeit.
Video auf YouTube ansehenWas wirklich passiert ist
Anna gibt jeder Person einen individuellen Bereich und ein Ergebnis, weil Verantwortung sichtbar sein soll. Helenas Team arbeitet jedoch stark voneinander abhängig: Wenn ein Teil verspätet ist oder mehr Ressourcen braucht, verschieben Menschen Aufgaben, um das Gesamtergebnis zu schützen. Am Ende ist das gemeinsame Ergebnis stark, aber die individuellen Listen bilden den tatsächlichen Arbeitsverlauf nicht mehr ab. Anna sieht das Risiko, dass Verantwortung verschwimmt. Das Team sieht das Risiko, dass starre Einzelziele genau die Zusammenarbeit beschädigen, die für die Lieferung nötig ist.
Was die Forschung dazu sagt
Teams unterscheiden sich darin, wie stark die Arbeit ihrer Mitglieder voneinander abhängt. Je stärker Aufgaben und Ergebnisse miteinander verflochten sind, desto wichtiger werden Koordination und gemeinsame Wirksamkeit (interdependence; Courtright et al., 2015). Eine Metaanalyse zur Zielsetzung in Gruppen zeigte, dass spezifische Teamziele die Leistung verbessern, während individuelle Ziele, die nur auf den eigenen Output fokussieren, bei hoher Interdependenz schädlich sein können. Einzelziele funktionierten besser, wenn sie als Beitrag zum Gruppenergebnis formuliert waren (Kleingeld, van Mierlo & Arends, 2011). Individuelle Verantwortlichkeit ist deshalb nicht falsch. Das Verantwortungssystem muss nur zur tatsächlichen Arbeitsarchitektur passen.
Wie man damit umgehen kann
Zwei Ebenen sollten gleichzeitig sichtbar bleiben. Das Team hat ein gemeinsames Ergebnis, während jede Person einen klar definierten Verantwortungs- und Beitragsbereich hat – Arbeit darf sich trotzdem verschieben, wenn das Ganze es erfordert. Nach dem Projekt sollten sowohl das Teamergebnis als auch konkrete Entscheidungen und Beiträge Einzelner bewertet werden. Die allgemeine Regel lautet: In interdependenter Arbeit muss Verantwortung nicht bedeuten „Jeder macht nur seinen Teil“, sondern „Wir wissen, wer wofür steht, auch wenn wir einander helfen, das gemeinsame Ergebnis zu liefern“.
Wie Empatyzer und Em helfen können
Empatyzer kann Anna zeigen, dass individuelle Verantwortlichkeit und kollektive Lieferung keine Gegensätze sind. Diagnosedaten und Rolleninformationen können sichtbar machen, wer klarere Zuständigkeit braucht und wer seine Energie natürlicherweise dorthin verschiebt, wo sie dem Ganzen am meisten hilft. Em kann ein Modell vorschlagen, in dem jedes Ergebnis eine klar verantwortliche Person hat, während Unterstützung und Übergaben sichtbar und legitim bleiben. Anna behält die gewünschte Verantwortlichkeit; Helenas Team muss keine künstlichen Aufgabengrenzen auf Kosten des gemeinsamen Ergebnisses verteidigen. Teamdaten sind hier besonders nützlich, weil sie Kooperationsmuster in der ganzen Gruppe zeigen und nicht nur zwischen zwei Personen. Mikrolektionen festigen das Prinzip, dass klare Zuständigkeit Zusammenarbeit ordnen soll, nicht blockieren.
Quellen und Forschung
- Stephen H. Courtright; Gary R. Thurgood; Greg L. Stewart; Abigail J. Pierotti (2015). Structural interdependence in teams: An integrative framework and meta-analysis. Journal of Applied Psychology, 100(6), 1825-1846. https://doi.org/10.1037/apl0000027 DOI: 10.1037/apl0000027
- Ad Kleingeld; Heleen van Mierlo; Lidia Arends (2011). The effect of goal setting on group performance: a meta-analysis. Journal of Applied Psychology, 96(6), 1289-1304. https://doi.org/10.1037/a0024315 DOI: 10.1037/a0024315
Autor: Empatyzer
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