Die dunkle Seite der Persönlichkeit: Analyse der 11 Derailer im Hogan Development Survey (HDS)
TL;DR: Das Hogan Development Survey identifiziert 11 Persönlichkeitsmerkmale, die unter Stress zu sogenannten Derailern werden können. Viele dieser Tendenzen sind in ruhigen Phasen nützlich, unter Druck aber schädlich für Beziehungen und Führung. HDS ist ein Entwicklungsinstrument, keine klinische Diagnose. Effektives Management erfordert Selbstwahrnehmung, gezieltes Feedback, Coaching und praktische Trainings – etwa szkolenie dla managerów – sowie die passende Teamaufstellung.
- 11 Merkmale, die sich unter Druck problematisch zeigen können.
- HDS dient dem beruflichen Wachstum, nicht der klinischen Diagnostik.
- Mehrere erhöhte Skalen sind bei vielen Personen normal.
- Beste Praxis: Feedback, Coaching und praxisnahe Trainings.
Was ist das Hogan Development Survey (HDS)?
Das HDS ist ein psychometrischer Fragebogen von Robert und Joyce Hogan, der darauf abzielt, dysfunktionale interpersonelle Tendenzen zu erfassen, die sich insbesondere in Stress- oder Machtphasen zeigen. Er misst 11 Hauptderailer und zusätzliche Unterdimensionen. Ziel ist nicht die Diagnose von Persönlichkeitsstörungen, sondern das Aufzeigen von Verhaltensmustern, die Karrieren und Teamklima gefährden können. HDS-Ergebnisse sind besonders nützlich im Kontext von Führungskräfteentwicklung, Nachfolgeplanung und zielgerichteten Coachingmaßnahmen. Wichtig ist die Einbettung der Resultate in organisatorische Realität: Testergebnis, Fremdbeobachtungen und kontextspezifisches Feedback zusammen liefern ein verlässlicheres Bild als allein der Fragebogen.
Ursprung der Derailer-Idee
Die Idee, dass bestimmte Persönlichkeitszüge Karrieren entgleisen lassen, entstand aus Beobachtungen gescheiterter Führungslaufbahnen. Forscher stellten bereits in den 1970er Jahren fest, dass Misserfolge seltener am Intellekt lagen, sondern häufiger mit zwischenmenschlichem Verhalten und Stressreaktionen zusammenhingen. Hogan und Kollegen nutzten diese Einsichten, um ein Werkzeug zu entwickeln, das solche Risiken sichtbar macht. Die Grundannahme: Eigenschaften, die unter normalen Bedingungen nützlich sind, können unter Druck ins Gegenteil umschlagen. Daher betrachtet man Derailer als Hinweise für Entwicklung, nicht als Stigmata für Ausgrenzung.
Überblick: Die 11 Derailer
HDS beschreibt elf Muster, die Führungskräfte in problematischen Situationen zeigen können. Kurz gefasst sind das:
- Excitable – starke Stimmungsschwankungen und rasches Ein- und Aussteigen aus Engagements.
- Skeptical – Misstrauen, Zynismus und schweres Vertrauen.
- Cautious – ausgeprägte Risikoaversion und Entscheidungshemmung.
- Reserved – Zurückhaltung, mangelnde emotionale Offenheit.
- Leisurely – passive Widerstände und eigenes Tempo statt Kooperation.
- Bold – Übermäßiges Selbstvertrauen, Ignorieren von Kritik.
- Mischievous – Risikofreude, Testen von Grenzen, manipulatives Verhalten.
- Colorful – Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, expressive Ablenkung vom Teamfokus.
- Imaginative – viele Ideen, die manchmal praxisfern bleiben.
- Diligent – Perfektionismus, Mikromanagement, Schwierigkeiten beim Delegieren.
- Dutiful – übermäßige Gefälligkeit und Abhängigkeit von Anerkennung.
Jedes Muster hat Unterdimensionen, und die Relevanz hängt von Intensität und organisatorischem Kontext ab. Manche Merkmale sind in bestimmten Rollen eher förderlich, in anderen deutlich riskanter.
Auswirkung auf Führung und Team
Derailer beeinflussen Teamklima, Entscheidungsqualität und Vertrauen. Wenn Führungspersonen dominante dunkle Tendenzen zeigen, sinkt oft die Bereitschaft der Mitarbeitenden, offen zu kommunizieren oder Risiken einzugehen. Folge können geringere Innovationskraft, höhere Fluktuation und Leistungseinbußen sein. So kann übertriebene Vorsicht Innovationen ersticken, während Überheblichkeit zu Fehlentscheidungen führt. Perfektionismus verzögert Ergebnisse und unterminiert Delegation. Frühe, ehrliche Rückmeldungen und 360-Grad-Bewertungen helfen, diese Effekte sichtbar zu machen und Gegenmaßnahmen zu planen.
Praktische Ansätze im Umgang mit Derailern
Erster Schritt ist strategische Selbstwahrnehmung kombiniert mit externem Feedback. Coaching oder Mentoring unterstützen dabei, Impulse und Stressreaktionen zu steuern. Praktische Trainings, Simulationen und 360-Grad-Feedback sind wirksamer als theoretische Schulungen. Konkrete Maßnahmen sind Delegationsregeln, Vertretungspläne, klarere Rollenverteilungen und Stressmanagement-Techniken. Individuelle Entwicklungspläne mit messbaren Schritten, regelmäßiger Review und reale Übungssituationen liefern die besten Ergebnisse. Da Persönlichkeit nach dem 30. Lebensjahr nur begrenzt veränderbar ist, liegt der Fokus auf Verhaltenssteuerung statt radikaler Umformung.
HDS macht 11 potenzielle Risiko-Muster sichtbar und bietet eine Grundlage für gezielte Interventionen. Die Kombination aus Feedback, praxisnahem Coaching und Trainings wie szkolenie dla managerów erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Führungskräfte ihre negativen Muster kontrollieren und Teams resilienter werden. Systematische Beobachtung und Kultur des konstruktiven Feedbacks reduzieren langfristig teure Personalfehler.
Empatyzer — Unterstützung bei der Arbeit mit Derailern
Empatyzer hilft Führungskräften, Derailer im Arbeitsalltag zu identifizieren und zu managen, indem HDS-Daten mit Teambeobachtungen kombiniert werden. Das System bietet einen KI-gestützten Assistenten, der auf Basis von Persönlichkeitsprofilen und Teamkontext konkrete Formulierungen für 1:1-Gespräche und Feedback vorschlägt, um Eskalationen zu vermeiden. Durch kurze Mikrolektionen liefert Empatyzer praktische Übungen für spezifische Derailer, etwa Delegationstechniken für Perfektionisten oder Stabilisierungsschritte für übermäßig selbstsichere Personen. Zusätzlich schlägt das Tool Gesprächsszenarien, neutrale, faktengestützte Formulierungen und operative Schritte vor, damit Gespräche vom Emotionalen zu konkreten Vereinbarungen führen. Empfehlungen werden an den organisatorischen Kontext angepasst, und anonymisierte Aggregatdaten ermöglichen das Monitoring der Interventionseffekte ohne Eingriff in die Privatsphäre. Empatyzer kann auch messbare Entwicklungspläne und Monitoring-Schritte vorschlagen, sodass Führungskräfte Fortschritte dokumentieren. Die Einführung ist schnell und belastet HR kaum, sodass Piloten für Gruppen mit hohen HDS-Werten rasch möglich sind. Die Kombination aus Diagnose, personalisierten Tipps und kurzen Übungen reduziert das Risiko kostspieliger Personalentscheidungen und verbessert Gesprächsqualität und Entscheidungsprozesse.